Arbeitskreis
"Schule und Sporthalle für die Gemeinde Kranzberg"
Anhang zum Thema Raumprogramm (am 6.2.2002) der Schule und der Musikschule
v. Herrn Schulleiter Katzenbogner und Frau Schlagintweit
V o l k s s c h u l e K r a n z b e r g
Kranzberg braucht eine zukunftsorientierte Schule
I. Vorbemerkungen
II. Raumangebot Schule
innen
III.
Raumangebot Sport- und Außenbereich
I. Vorbemerkungen
Die Pisa-Studie hat bewiesen, was Pädagogen, zu denen auch wir
Lehrkräfte gehören, schon längst wissen: Erziehung und Bildung,
also die Entwicklung unserer Kinder zu Persönlichkeiten, sind in den
vergangenen Jahren von der Gesellschaft und von den Politikern stark vernachlässigt
worden. Nur das Ausmaß der „Bildungskatastrophe“ hat uns überrascht.
Folgende Aufgaben müssen von den Ländern, Städten und Gemeinden
und damit auch in den angesiedelten Schulen vorrangig gelöst werden:
1. Individuelle Förderung der Interessen und Fähigkeiten
der Schüler
1. Individuelle Förderung der Interessen und Fähigkeiten
der Schüler
Die Vorstellungen der Politiker drücken sich in den Neuerungen
aus, die in der letzten Zeit auf die Schule einstürmen: neue Lehrpläne,
neue Bücher, neue Medien, Englisch in der Grundschule, neue Schrift,
neue Rechtschreibung, usw. Teamarbeit soll gefördert werden. Dies
erfordert eine innere, aber auch räumliche Umstrukturierung der Schule.
Die Politik jedoch überlässt diese zum Großteil den Gemeinden
und Städten. Für diese räumliche Neuorientierung sind also
nicht wie bisher ausschließlich Schülerzahlen entscheidend,
vielmehr gilt es, die Schule so zu gestalten, dass in einer größeren
Zahl von Räumen individuelle Förderung stattfinden kann.
2. Freizeiterziehung
Mehr denn je gilt es, jungen Menschen zu zeigen, wie sie ihre Freizeit
verbringen können. Die sportliche Erziehung und die musische Bildung
treten in den Vordergrund. Das sportliche Angebot muss erheblich erweitert,
die Möglichkeiten zu musizieren oder Theater zu spielen vermehrt werden.
Dazu bedarf es der entsprechenden Räumlichkeiten. Die Musikschule
hat bei dieser Freizeiterziehung einen wichtigen Part übernommen,
kann sich aber auf Grund der Raumenge in der alten Schule nicht entsprechend
entfalten. Individuelle Musikerziehung oder das Spiel in der Gruppe, Musik
und Bewegung bis hin zur Tanzerziehung sind die Angebote, die die Musikschule
den Kindern bei entsprechender Raumkapazität anbieten kann.
3. Gesundheitserziehung
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Studien und Aussagen, die belegen,
dass unsere Kinder bereits in frühen Jahren an koordinativen, konditionellen
und motorischen Defiziten leiden. Die Schule mit ihrem Sportunterricht,
aber vor allem die Vereine, sind aufgerufen, zur Milderung dieser Schwächen
entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Obwohl die Situation in Kranzberg
noch nicht das Maß erreicht hat, wie es in den Großstädten
anzutreffen ist, müssen wir durch ein entsprechendes Bewegungsangebot
dieser neuen Herausforderung gerecht werden. Deshalb ist der Bau einer
Dreifachhalle die logische Konsequenz
4. Medienerziehung
Schließlich gehört auch noch die Erziehung zum Umgang mit
den neuen Medien zum zukünftigen Aufgabengebiet der Schule. Mit der
Aktion Schulen ans Netz sollen die Kinder den Umgang mit dem PC lernen.
Dazu bedarf es einer Computerausstattung, die in geeigneten Räumlichkeiten
untergebracht ist.
5. Schule, eine Begegnungsstätte für Erwachsene
Nach der Schule hat der Mensch nicht ausgelernt. Die Schule sollte
am Nachmittag und am Abend für die Erwachsenenbildung zur Verfügung
stehen. VHS, Sängerhort, Theatergruppen usw. könnten vom erweiterten
Raumangebot einer neuen Schule profitieren.
6. Integration von Behinderten
Zunehmend sollen behinderte Schüler in die Regelschule aufgenommen
werden. Die Kranzberger Schule ist derzeit dafür nicht geeignet.
7. Ganztagsbetreuung
Die gesellschaftlichen Entwicklungen laufen darauf hinaus, dass in
den Familien zunehmend beide Elternteile berufstätig sind und die
Kinder zumindest bis 17.00 Uhr betreut werden müssen. Noch gravierender
wird dieses Problem für alleinerziehende Mütter. Die Gemeinden
müssen sich auf diese neue Situation einstellen und zunehmend Betreuungsmöglichkeiten
zur Verfügung stellen. In der Kranzberger Schule ist es derzeit nicht
möglich, derartige Probleme zu lösen, denn das Gebäude verfügt
nicht einmal für die normale Mittagsbetreuung Räume zur Verfügung.
Nur durch einen Schulneubau wird die Gemeinde den gesellschaftlichen Erfordernissen
entsprechen können.
8. Kranzberg, Vorort von München und Flughafen
Die Gemeinde Kranzberg wird sich dem Ansiedlungsdruck auf die Dauer
nicht widersetzen können. Insbesondere die Expansion des Flughafens
wird dazu beitragen, dass die günstig gelegenen Gemeinden Bauland
ausweisen. Dass Kranzberg für in München arbeitende Menschen
ein günstig gelegener Wohnort ist, wird durch die Struktur der Bevölkerung
bewiesen. Kranzberg braucht eine neue Schule, um der Zukunft gerecht zu
werden.
9. Immense Beeinträchtigung des Unterrichts
Eine Renovierung bzw. eine Erweiterung der Schule am derzeitigen Standort
würden gravierende Eingriffe in das Unterrichtsgeschehen und das Schulleben
bringen. Allein die Renovierung der Heizungs- und Elektroanlage, der Fenster,
der Dächer und Außenverkleidungen, der Sanitäranlagen,
die Einrichtung einer vorschriftsmäßigen Wärmedämmung,
die ordnungsgemäße Anbringung der Garderoben, würden auf
mindestens fünf Jahre Unruhe, Lärm und Schmutz in die Schule
bringen. Die Klassen müssten zwangsweise in Container ausweichen.
Zusätzliche Räume für Werken, Religion, für Gruppenarbeit,
für zusätzliche Klassen und Schülerbetreuung müssten
auf dem beengten Gelände untergebracht werden. Nachdem diese Teile
harmonisch integriert werden sollen, bringt dieses Vorhaben zusätzlich
gewaltige Eingriffe in das Schülerleben mit sich und das in einer
Zeit, in der das Verhalten vieler Kinder bereits durch Unruhe und Störungen
geprägt ist.
10. Geländesituation
Die Schule liegt in einem Wohnviertel und ist durch den Hang in seinen
Expansionsmöglichkeiten beschränkt. Für Parkplätze
und den Bau einer dringend notwendigen Sporthallen müssten teure Grundstücke
hinzugekauft werden.
Vorbemerkung:
| Raumart |
Größe |
Musikschulbenutzung |
|
| Klassenzimmer1
Klassenzimmer 2 Klassenzimmer 3 Klassenzimmer 4 Klassenzimmer 5 Klassenzimmer 6 Klassenzimmer 7 Klassenzimmer 8 Klassenzimmer 9 Klassenzimmer 10 |
70
70 70 70 70 70 70 70 70 70 |
nein
nein nein nein nein nein nein nein nein nein |
Die Regierung hat für die Klassenzimmer 58
qm angesetzt. Diese Zahl entspricht nicht mehr neuesten Anforderungen.
Die Lehrkräfte brauchen Raum für Gesprächskreise, Spiele,
Zusatzschränke für Schülereigentum usw. Außerdem benötigen
Kinder heutzutage mehr Bewegungsfreiheit. Zu kleine Klassenzimmer fördern
den Stress. Sollten in den nächsten Jahren wirklich zwei Klassenzimmer
frei werden, könnten diese verstärkt in die Erwachsenenbildung
einbezogen werden.
|
| Gruppenraum
1
Gruppenraum 2 Gruppenraum 3 Gruppenraum 4 Gruppenraum 5 |
28
28 28 28 28 |
ja
ja ja ja |
Die modernen Lehrpläne stellen die Teamarbeit,
die individuelle Förderung und die Erziehung zum Umgang mit dem PC
in den Vordergrund. Gruppenräume sind erforderlich, um diese Aufgaben
erfüllen zu können.
Alle Gruppenräume werden von der Musikschule
für Einzel- und Gruppen- unterricht bis fünf Schüler benutzt.
|
| Werkraum | 70 | nein |
Wir unterscheiden bei TAW den Werk- und den Handarbeitsunterricht.
Beim Werken brauchen Kinder zum Anfertigen der Werkstücke Platz an
speziellen Werkgruppentischen, die mehr Raum als normale Tische einnehmen.
In den ersten beiden Klassen beträgt die Höchstschülerzahl
26. Man kann sich vorstellen wie eng es dann in einem zu kleinen Werkraum
werden kann.
|
|
Werknebenraum
|
40 | nein |
Der moderne Werkunterricht sieht eine Vielzahl von
Techniken vor. Dies erfordert neben der Lagerung von Material auch den
Einsatz von Maschinen (Säge-, Bohr- Schleifmaschine usw.) Material
und Maschinen erfordern mehr Platz als früher.
|
|
Handarbeitsraum
|
50 | nein |
Klassen werden ab 27 (Klasse ¾ ab 23 Kindern
geteilt in zwei Gruppen. Die eine Gruppe arbeitet im Werkraum, die andere
im Handarbeitsraum (Stricken, Nähen usw.) Damit die Lehrkräfte
nicht jedes Mal das gesamte Material von Klassenzimmer zu Klasszimmer tragen
müssen, bietet sich dieser zusätzliche Raum für ein optimales
Arbeiten an.
|
| Ethikraum | 48 | ja |
Zunehmend mehr Kinder sind ohne Bekenntnis oder
gehören als Ausländer einer anderen Religion an. Viele Eltern
wollen ihre Kinder weder in den kath., noch in den ev. Religionsunterricht
schicken. Diese Kinder wurden bisher entweder nach Hause geschickt oder
in anderen Klassen mitbetreut.
|
|
Evangelische Religionslehre
|
48 | ja |
Im Fach Religion werden die Schüler nach Bekenntnis
getrennt. Religionsgruppen können Klassenstärke erreichen.
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| Musikraum | 75 | ja |
Die Regierung sieht erst ab 12 Klassen einen Musikraum
vor. Sollte es die Zukunft erfordern, noch 2 Klassenräume anzufügen,
wäre es bestimmt sehr schwierig , einen Musikraum zentral einzurichten.
Deshalb sollte er schon jetzt in die Planung mitaufgenommen werden. Außerdem
findet an der Schule die intensive musikalische Förderung durch die
Musikschule statt. Sie wird fortgesetzt im Unterricht der Grundschule.
Eine große Instrumentenzahl muss in den Schränken untergebracht
werden, die wiederum sehr viel Platz benötigen. Der Wert der Musikinstrumente
beläuft sich mittlerweile auf etwa 15 000 Euro. Die Musikinstrumente
können unmöglich von Klassenzimmer zu Klassenzimmer getragen
werden.
|
| Mehrzweckraum | 89 | ja |
Der Mehrzweckraum ist vor allem in Verbindung mit
der Aula zu sehen. Durch ein Öffnen der Falttüren wird der Aularaum
so vergrößert, dass Veranstaltungen stattfinden können.
Der Mehrzweckraum alleine eignet sich für Elternabende, für Theatergruppen,
auch für den Sängerhort, für den Kinderchor usw., als Filmraum
u. ä.)
|
|
Schulleiter
|
25 |
nein
|
|
| Konrektor | 18 | ja |
Das Konrektorenzimmer wird von der Musikschule als
Verwaltungsraum mitbenutzt.
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|
Sekretariat
|
25 | nein | |
|
Archiv
|
18 | nein | |
| Lehrerzimmer | 70 | ja |
Der neue Lehrplan und die vielen Neuerungen durch
das Staatsministerium erfordern erheblich mehr Konferenzen als früher.
Bei zehn Klassen sitzen bis zu 15 Lehr- und Fachlehrkräfte um den
Tisch.
|
| Bibliothek | 20 | ja | |
| Silentium | 16 | ja | |
| Elternsprechzimmer | 16 |
nein
|
|
|
Lehrmittelraum
|
40 | nein |
Der moderne Unterricht erfordert eine Vielzahl von
Lehrmitteln, die sehr viel Platz brauchen.
|
|
Kopierraum
|
18 | ja | |
|
Aufbewahrungsraum Lehrer
|
46 | ja |
Der neue Lehrplan erfordert eine Vielzahl von Hilfsmitteln,
Anschauungsmaterial und Bilder, die sich die Lehrkräfte selbst anfertigen
oder besorgen. Zum Aufbewahren benötigen wir Platz.
|
| Schulfestutensilien | 58 | ja |
Für Schulfeste oder Konzerte der Musikschule
werden Dekorationen und Bühnenbilder angefertigt, die Geldmittel des
Schuletats verbrauchen. Es wäre leichtfertig, die Requisiten jedes
Mal wegzuwerfen.
|
|
Stuhllager
|
48 | ja | |
|
Technik
|
45 | -- | |
|
Toiletten
|
92 | -- | |
|
Putzen/Reinigung
|
26 | -- | |
|
Hausmeister /Pausenausgabe
+ Küchenzeile
|
29 | -- |
Bei Veranstaltungen werden Getränke und Essen
angeboten, deshalb bietet es sich an, im Hausmeisterbereich eine Küchenzeile
einzurichten.
|
|
Arbeitsraum Hausmeister
|
24 | -- | |
|
Aula
|
200 | ja | |
|
Mittagsbetreuung 1
Mittagsbetreuung 2
Küchenraum
|
60
60 24 |
nein
nein nein |
An unserer Schule gehen die gesellschaftlichen Entwicklungen
nicht vorbei. Alleinerziehende Mütter und Eltern, die beide im Beruf
stehen, nehmen immer mehr zu. Für die Gemeinde und die Schule kommen
Betreuungs-aufgaben zu. Betreuung (bis 15.00 Uhr, später vielleicht
bis 17.00 Uhr) erfordert Räume, in denen die Kinder essen, spielen
und Hausaufgaben machen können.
|
|
Schlagzeugzimmer
|
18 | ja | |
| 2256 |
Die Richtlinien der Regierung sind veraltet,
werden aus Kostengründen wahrscheinlich nicht so schnell geändert.
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Dreifachhalle
|
ja |
Eine Dreifachhalle hat für die Schule Vorzüge:
Die Halle kann auch von der Gemeinde, vom Sängerhort
usw. am Wochenende benutzt werden.
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|
|
Küchennebenraum
|
ja |
Bei Veranstaltungen können die Zuschauer versorgt
werden.
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Umkleide, WC, Duschen
|
|||
|
Geräteräume
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|||
|
Putzmaschinen- und Reinigungsräume
|
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Kraftraum
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Als leerer Raum einzuplanen, der bei Bedarf ausgebaut
wird.
|
||
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Fitnessraum
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Als leerer Raum einzuplanen, der als Aerobicraum
oder als Tanzraum für die Musikschule verwendet werden kann.
|
||
|
Hartfeld
|
|||
|
Grünfläche
|
|||
|
Laufbahn
|
|||
|
Weitsprung- Hochsprung
|
|||
|
Pausenhof
|
|||
|
Schulgarten
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|||
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Unterrichtsplatz im Freien
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Je nach Witterung kann Unterricht auch im Freien
stattfinden (Schauplatzwechsel, Motivation)
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Eine Schule ist nur dann zukunftsorientiert, wenn es ihr gelingt, die Aufgaben der Zukunft zu meistern. Dazu gehören doch wohl primär die räumlichen Voraussetzungen. Die Gemeinde investiert also nicht für die Gegenwart sondern die Zukunft. Die Zukunft sind unsere Kinder, darum lohnt sich die Ausgabe!