Arbeitsgruppe
"Schule und Sporthalle für die Gemeinde Kranzberg"
Protokoll:
| Protokoll vom 16. Januar 2002
Tagungsort: Sportheim Kranzberg Beginn: 19.30 Uhr Ende: 21.50 Uhr |
Teilnehmer:
Gemeinderäte: Josef Wildgruber, Uschi Rösler, Johanna Haslbeck, Georg Sellmair, Georg Neumair, Michael Kopp, Alfons Berger (Sitzungsleiter) Schule: Christine Wagner, (Rektor Hans Katzenbogner entschuldigt) Musikschule: (Karin Schlagintweit entschuldigt) Elternbeirat: Martin Hohenester Sportverein: Günter Schnitzler, Hans Schikowski Bürger: Angelika Hierl, Gerhard Baierl, Andreas Adldinger, Robert Scholz, Manfred Dörner, Herbert Kieslinger, Richard Roos, Georg Kißlinger, Sabina Dannoura Gäste: Karl Toth (Vorsitzender SpVgg Zolling) |
Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Thema Turnhalle. Gemeinderat Sellmair und SVK-Vorsitzender Sellmair informierten über eine Besichtigungsfahrt in den Landkreis Miesbach vom Montag, 14. Januar. Die Inspektion von fünf sehr unterschiedlichen Sporthallen habe sie in der Ansicht bestärkt, dass Zweckmäßigkeit und Funktionalität im Vordergrund stehen sollten. Weiterhin sprachen sich Beide gegen die Errichtung einer Mehrzweckhalle und für eine Dreifachturnhalle aus. Diese könne zum Preis einer Zweieinhalbfach-Halle entstehen.
Über die Finanzierung einer Dreifachturnhalle berichtete Karl Toth, der dafür auch einen Finanzierungsplan vorlegte (siehe Anhang). Dieser geht von der Voraussetzung aus, dass der SVK als Bauherr auftritt und die Gemeinde keinen Zuschuss erhält. Sollte die Sporthalle doch öffentlich gefördert werden, biete sich als Alternative die Bildung einer Zweckgemeinschaft von SVK und Gemeinde an (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts/G.b.d.R.). In diesem Fall würden Regierung und BLSV als Zuschussgeber den jeweiligen Nutzungsanteil von SVK und Gemeinde prüfen und entsprechend Fördermittel berechnen.
Intensiv besprochen wurden die Vor- und Nachteile einer Dreifachhalle
- in Bezug auf eine Zweieinhalbfach-Halle:
1. Größe: - 45 mal 22 Meter für eine Zweieinhalbfach-Halle
- 45 mal 27 Meter für eine Dreifachhalle
2. Unterhaltskosten: Diese sind Toth zu Folge „vernachlässigbar“.
Der zusätzliche Heizbedarf könne durch bauliche Energieeinsparungen
herein geholt werden. Die Reinigungskosten könne man begrenzen, indem
statt drei nur zwei Umkleideblöcke errichtet werden. Statt dem dritten
Trakt schlug Toth einen etwa 80 Quadratmeter großen Gymnastikraum
vor.
3. Räumliche Möglichkeiten: Die Halle wäre in drei Bereiche
teilbar, somit könnten bis zu drei Gruppen parallel Sport treiben.
Eine Zweieinhalbfach-Halle erlaube nur eine Trennung in zwei unterschiedlich
große Bereiche. Eine Dreifachhalle sei positiv für die Planung
des Schul/-Sportunterrichts. Der Sportverein meldete außerdem Bedarf
für Seniorengymnastik am Vormittag an.
4. Kosten: Toth setzte 5,5 Millionen DM für eine Dreifachturnhalle
an. Eine Zweieinhalbfach-Halle sei lediglich 200 000 bis 300 000 Mark günstiger.
Resümee: Einhellig wurde einer Dreifachhalle der Vorzug gegeben.
Schnitzler gab noch bekannt, er habe Kontakt zu einem Privat-Investor, der fünf Millionen für den Turnhallen-Bau einbringen würde. Eventuell würde sich auch eine Firma beteiligen, die sich in Kranzberg niederlassen wolle und dafür ein günstiges Grundstück suche.
- in Bezug auf eine Mehrzweckhalle (MZH):
1. Kosten: Angenommen werden etwa zwei Millionen Mark Mehrkosten für
eine MZH, weil ein Belüftungssystem installiert und die Voraussetzungen
für eine Gastronomie geschaffen werden müssten.
2. Nutzung: Befürchtet wurden bei einer MZH Konflikte mit der
Grundschule, der für die Nutzung erste Priorität eingeräumt
werden solle. Gewünscht wurde, dass schulische Veranstaltungen, Konzerte
der Musikschule oder Theateraufführungen in der Halle stattfinden
können. Als Voraussetzung nannte Toth: Anschaffung von Filzbahnen
zur Schonung des Hallenbodens (Kosten 10 bis 15 Mark pro Quadratmeter),
die Situierung eines separaten Eingangs, um den Hallenboden sauber zu halten
(Konzept also wie bei der jetzigen Einfachturnhalle) und die Errichtung
zusätzlicher Toiletten.
Resümee: Es sollte keine MZH gebaut werden. Die Dreifachturnhalle sollte vielmehr so ausgestattet werden, dass auch Veranstaltungen möglich sind.
Zuletzt wurde über die Auslastung einer Dreifachhalle diskutiert.
- Schule:
Jetzige Situation: Derzeit ist die Einfachturnhalle jeden Vormittag
mit Ausnahme einer Schulstunde am Freitag mit Sportunterricht belegt.
Bedarf: Christine Wagner konnte keine Aussage treffen, ob die Zahl
der Sportstunden sich verändere (Zu- oder Abnahme). Konkrete Wünsche
könne sie nicht anmelden. Man sei zu sehr damit beschäftigt,
mit der Raumsituation klar zu kommen. So könne man keinen Faschingsnachmittag
veranstalten; Großeltern könnten nicht zum Schulfest eingeladen
werden: die Erstklässler könnten bei schlechtem Wetter nicht
in der Pause ihren Bewegungsdrang in der Halle ausleben; mit einer lebhaften
Klasse könne man während des Unterrichts nicht zum Toben in die
Halle gehen.
- Sportverein:
Jetzige Situation: Der SVK belegt die Turnhalle Montag bis Freitag
von 14 bis 22 Uhr (Ausnahme am Mittwoch 1,5 Stunden genutzt von der VHS/Yoga).
Bedarf: Konkrete Wünsche wie Wirbelsäulengymnastik, Seniorengymnastik
lägen vor; im Winter bräuchte die Fußball-Jugend mehr Trainingsmöglichkeiten.
Der SVK erwartet nach dem Vorbild Allershausen und Zolling eine Ausweitung
der Sportpalette, sobald die räumlichen Möglichkeiten vorhanden
sind.
- Musikschule: Man ging davon aus, dass angesichts der Enge bei Konzerten
ein größeres Raumangebot begrüßt würde.
Resümee: Die Teilnehmer empfahlen den Bau einer Dreifachturnhalle
als zukunftsträchtige Investition.
Als nächster Termin des AK Schule wurde Mittwoch, 6. Februar, um
19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses fest gelegt.
Dabei soll auch die „Fremdnutzung“ der Grundschule (für die Mittagsbetreuung,
Musikschule oder die angeregte Unterbringung des Jugendtreffs) besprochen
werden. Musikschulleiterin Karin Schlagintweit soll gebeten werden, ihren
räumlichen Bedarf vorzustellen.
Protokollführung: Sabina Dannoura
Anhang
zum Protokoll vom 16. Januar 2002
Finanzierungsplan Turnhalle / aufgestellt von Karl Toth, Vorsitzender
SpVgg Zolling
am 15.01.2002
Neubau einer Dreifachsporthalle
Bauherr: SV Kranzberg
Zuschuss durch den BLSV (Bayerischer Landessportverband)
1.) Bauherr und Antragsteller kann nur der Sportverein sein.
2.) Der BLSV setzt für eine Dreifachhalle eine Kostenpauschale von 7.300.00.—DM brutto fest.
3.) Daraus wird ein Zuschuss von 20 %
und ein Darlehen von 10 %
insgesamt also 30 % gewährt.
4.) Werden die tatsächlichen Baukosten um mehr als zehn Prozent der Kostenpauschale unterschritten, erfolgt der Zuschuss entsprechend dem Verwendungsnachweis nach den tatsächlich entstandenen Kosten.
5.) Der Verein sollte mindestens 10% Eigenleistung (Geld-, Hand- und Spandienste) erbringen können.
6.) Die Restfinanzierung kann von der Gemeinde als Zuschuss, Darlehen (auch zinslos) erfolgen.
7.) Die Gemeinde müsste bis zur Ausreichung der Zuschüsse und Darlehen (am besten) eine zinslose Zwischenfinanzierung zusagen.
8.) Das Grundstück müsste für mindestens 25 Jahre und Planungs- und Bauzeit unkündbar an den Sportverein verpachtet werden.
Beispiel Finanzierung
Angenommene Baukosten 5.500.000.—DM
Eigenleistung (Geld+Arbeitsleist. Verein) 550.000.—DM
Zuschuss und Darlehen BLSV
20 % + 10% = 30 % 1.650.000.—DM
Restfinanzierung Gemeinde 3.300.000.—DM
+ Kosten der Zwischenfinanzierung
Darlehen und Zuschuss
1.650.00.—DM 4% Zins auf 4 Jahre 265.000.—DM