Zur Geschichte Thalhausens

Thalhausen, Vier Ansichten mit Kirche und Schloß; Postkarte von 1902

Im 11. Jh. waren die Grafen von Dießen Lehensinhaber von Gütern zu Thalhausen, die Herzog Arnulf von Bayern Anfang des 10. Jh. dem Kloster Tegernsee entfremdet hatte. In der Folgezeit bis zum 15. Jh. begegnen das Hochstift Freising und das Kloster Tegernsee als Grundherren. Im 16. Jh. gelang es freisingischen Beamten, dort einen kleinen Adelssitz zu errichten. 1606 werden Schloß, Edelmannssitz und Dorf Thalhausen bereits als Hofmark (= Niedergerichtsbezirk) angezeigt. 1786 kaufte sie Graf Maximilian von Holnstein aus Bayern; vor einigen Jahren wurde das Schloß von der Erzdiözese München und Freising aufgekauft und ein Jugendhaus dort eingerichtet.Die jüngst renovierten Bauten des Schlosses aus dem Ende des 17.Jh. haben im Lauf der letzten dreihundert Jahre starke Veränderungen erfahren.

Die katholische Schloßkirche St. Anna wurde 1707 als achteckiger Zentralbau errichtet. Der Chor und die westliche Vorhalle ist niedriger gehalten. Das Äußere des Gotteshauses ist bestimmt durch den im Osten anschließenden schlanken Turm mit gedrücktem Glockenhelm und Zwiebelhaube.

Von der Innenausstattung ist besonders die in der Hochaltarretabel (um 1730) befindliche Muttergottesfigur des Jakob Kaschauers vom spätgotischen Hochaltar des Freisinger Doms erwähnenswert, die heute durch eine Kopie ersetzt ist.Das Original war bis 1916 an diesem Platz und befindet sich jetzt im Bayerischen Nationalmuseum in München.

Desweiteren sind noch die spätgotische Figur der Anna selbdritt und eine Skulptur des späteren 18.Jh. des heiligen Wolfgangs im gewölbten Oktogon der Schloßkirche untergebracht.


Überarbeitet am Mittwoch, 13. November 1996