Kranzberg (Dorf)

 

1200 Herzogliches Ministerialgeschlecht Chranichsberg

Erbauung des Schlosses

Die Herzöge Heinrich, Otto und Heinrich jun. treffen ein Übereinkommen, daß die Leute statt Scharwerk jährlich 70 Pfd. Münchener Pfennige entrichten sollen, die zur Besserung der Veste verwendet werden. In ältesten Urkunden wird das Jahr 1200 Chranichsperch genannt. Das Wappen zeigt einen aus der Krone wachsenden Kranich- oder Storchenkopf. Es war lange Zeit das Wappen der Eresinger. Die Krone im Wappen scheint auf die Grafen von Kregling anzuspielen.

 

1229- Herzog bestellt Richter in Kranzberg; Errichtung einer Schranne mit Hoch-

1231 gericht für das ganze Landgericht

 

1230 Pfarrer Valentin

 

1255 Der Herzog ernennt einen Burggrafen (Pfleger) für die Veste Kranzberg

 

1255 Nach dem Tode Otto des Erlauchten fällt das Landgericht Kranzberg an den Herzog von Niederbayern, während Dachau, Aichach und Pfaffenhofen der Herzog Ludwig von Oberbayern erhält.

 

1300 Das Forsthaus wird erbaut.

Es ist auf allen Schloßbildern zu sehen. Das Haus des Försters oder des Überrreiters mit Fischlehen, Ehetafern, Ehebad und Ehehaftschmiede gehört zum Schlosse und Amte.

Zu dieser Zeit lebt in Kranzberg ein geschickter Armbrustverfertiger, der sogar dem Herzog 9 Ballester fertigt.

Die Waldungen entlang der Amperleiten heißen noch heute "Herzog". Arbeiten in Wald und Feld werden von den Bauern des Gerichts als Scharwerk geleistet.

Am 20.9. verpfänden die Herzöge Otto und Stephan von Niederbayern die Herrschaft und das Schloß Kranzberg dem Hochstift Freising.

 

1300- sitzt ein Freisinger Capitanus auf der Burg

1312

 

1323- Arnold IV, Pfleger und Richter, Marschall des Kaisers, läßt am 5.12.1323

1364 seine Gattin Elisabeth von Greifenberg verbrennen. Sie wird im Kloster von Diessen begraben.

Als Buße läßt er die Kirchen Weng, Johanneck und Inhausen erbauen.

 

1329 Die Burg Kranzberg wird durch Friedrich von Achdorf befestigt

 

1391 Landgericht Kranzberg wieder niederbayerisch

 

14. Jhd. burggräfliche Rechte werden von Ministerialfamilien ausgeübt

 

1475 Zur Hochzeit Herzog Georg des Reichen mit der Jagelarentochter Hedwiga in Landshut muß das Landgericht Kranzberg Abgaben leisten. Das Gericht liefert zur Hochzeit 400 Hennen, 300 Gänse, 6600 Eier, 700 Lämmer und eine nicht geringe Anzahl von Ferkel.

 

1498 Hans Sickenhauser als Kastner in Kranzberg läßt in der Kirche die Seitenkapelle (rechts) der Siggenhauser errichten

 

1498- Pfleger ist Oswald von Schönbichl

1503

Das Pflegegericht besteht von ca. 1200 bis 1804. Die Reihenfolge der Pfleger reicht bis 1323, die der Richter bis 1246.

 

 

14. Jhd. Umfang des Gerichtes

Von Ost nach West erstreckt es sich von Eisenhofen b. Dachau bis nach Thonstätten b. Moosburg - von Nord nach Süd gerechnet von Endrischbrunn b. Pfaffenhofen bis nach Dürnismaning oberhalb Garching

 

1500 Die vielen Handwerksnamen weisen Kranzberg als Dorf mit kleinen Anwesen aus, die nebenbei ein Handwerk betreiben.

Gericht Kranzberg umfaßt:

208 Siedlungen mit 1891 Anwesen, 438 Höfen, 317 Huben, 256 Lehen, 880 Sölden.

5 Schergenämter: Tünzhausen, Allershausen, Garching, Langenbach und Indersdorf und das Amt auf dem Gfiel (Garching)

18 Hofmarken, 2 Klöster, 12 Schlösser

 

1594 Hans Leonhard Bader wird als erster Schulmeister erwähnt

 

1597 Kranzberg hat bereits eine Schule (alte Post)

 

1632 Am Himmelfahrtstag brennen 50 schwedische Reiter das Schloß nieder. Der Pfleger Hans Bittner geht mit einer Delegation der Stadt München nach Freising zum Schwedenkönig Gustav Adolf, um für München um Schonung zu bitten. Sie werden dreimal abgelehnt, beim vierten Male haben sie Erfolg.

 

1634 An der Pest sterben in diesem Jahr 206 Personen

 

1660 Die Bauern fahren 459.035 Ziegelsteine vom Schloß nach München zum Baue eines Turnierhauses

 

1664 Der Pfarrhof brennt mit Stall und Stadel ab

 

1666 An Stelle des Schlosses wird eine Pantaleonskapelle erbaut

 

1709 Bischof Eckher weiht die Kapelle

 

1712 Die alte gotische Kirche wird bis auf den Turm abgetragen

 

1713- Pfarrer Jakob Hagen erbaut die jetzige Pfarrkirche;

1716 Bischof Eckher weiht die neue Kirche

 

1750 Mit 51 Anwesen hat das Dorf zu dieser Zeit etwa 200 bis 250 Einwohner. Ein großes Dorf, wenn man bedenkt, daß alle Städte und Landschaften des ganzen Reiches 1618 vor dem Dreißgjährigen Krieg 18 Mill. Einwohner und 1648 nur mehr 6 Mill. Einwohner hatten.

 

1752 Kranzberg hat 51 Anwesen

 

1760 umfaßt das Landgericht Kranzberg:

1. vom heutigen Amtsbezirk Freising 27 heutige Gemeinden und 2 Gemeinden teilweise

 

2. zum Stadtkreis Freising gehörige ehemaligen Gemeinden Vötting und Neustift

 

3. vom heutigen Landkreis Dachau 14 Gemeinden und Teile der Gemeinden Vierkirchen, Pasenbach und Frauenhofen(= Gebiet des ehemaligen Schergenamtes Indersdorf)

 

4. vom heutigen Landkreis München die Gemeinde Garching

 

5. vom heutigen Stadtkreis München den Ort Fröttmaning

 

6. vom heutigen Landkreis Pfaffenhofen die Gemeinden Jetzendorf sowie den Ort Salmading

 

1760 umfaßt das Gericht:

25 Hofmarken

176 Anwesen hofmarksfremder Grundherrschaften

954 Anwesen mit geistlicher Niedergerichtsbarkeit

 

 

1779 wird in Kranzberg ein neuer Galgen errichtet, weil die anderen schadhaft geworden waren (Standort bei der Wiesheusäge); Zimmerpalier Johann Haslanger erhält den Auftrag.

Die 3 Galgen des Pflegegerichts stehen:

zu Göppertshausen bei Petershausen

zu Dietersheim gegen Grüneck

zu Schmidhausen bei Langenbach

7.4. genehmigt die churfürstliche Communalbaukommission den Kostenvoranschlag; der fertige Galgen kostet 44 Gulden 10 Kreuzer.

 

1804 Das Pflegegericht wird aufgelöst. Arzt Dr. Eduard Pfaller zieht nach Allershausen.

 

1804 Die Kirche erhält aus dem ehemaligen Kloster Polling das jetzige Altarbild mit Darstellung der Kreuzigung

 

1807 Die Pantaleonskapelle wird abgebrochen

 

1810- Einzug der Rheiner (evangelische Einwanderer aus der Pfalz), Moser,

1820 Epelsheimer

 

1818- Bildung politischer Gemeinden

1820

 

1900 Bau eines neuen Schulhauses

 

1911 Bau des Elektrizitätswerkes; das Dorf erhält elektrisches Licht.

 

1922 Bürgermeister Hörl läßt den Sauberg durchgraben (Straße nach Berg)

 

1934 Auf dem Sebastiansfeld wurde eine Pestsäule errichtet

 

1934 Der Schützenverein "Hubertus" Kranzberg wird am 19.04.1934 dem Deutschen

 Schießsportverband eingegliedert:

 Mitgliederzahl: 13

 Disziplin: Zimmerstutzen

 Vorstand: Johann Kistler, Berg

 

1952 Das Satteldach, das nur ein Notdach war, wird erneuert; Kirchenpatron ist St. Quirinus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellenangabe:

Herrschaftsgeschichte des Altbayerischen Landgerichte Dachau und Kranzberg im Hoch- und Spätmittelalter sowie in der frühen Zeit (von Pankraz Fried)

Sammelblatt des Historischen Vereins Freising

Beiträge zur Geschichte Kranzberg von Dr. J.B. Prechtl

Zusammengefaßt von Helmut Vierthaler

 


überarbeitet am 08.02.99